Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Essenzielle Cookies ermöglichen grundlegende Funktionen und sind für die einwandfreie Funktion der Website erforderlich.
Statistik Cookies erfassen Informationen anonym. Diese Informationen helfen uns zu verstehen, wie unsere Besucher unsere Website nutzen.
Marketing-Cookies werden von Drittanbietern oder Publishern verwendet, um personalisierte Werbung anzuzeigen. Sie tun dies, indem sie Besucher über Websites hinweg verfolgen.
Zum Hauptinhalt springen
  • Mastleistungen, die sich bezahlt machen

    Der wirtschaftliche Erfolg in der Lämmermast zeigt sich bei der Vermarktung. Je nach Absatzweg gelten unterschiedliche Anforderungen an Gewicht, Alter und Qualität, die sich direkt auf den Erlös auswirken. Eine realistische Einschätzung der eigenen Mastleistung ist essenziell.

     

    Eine erfolgreiche Lämmermast am Betrieb setzt eine gewisse Wirtschaftlichkeit voraus. Die Grundlagen wie eine gezielte Zucht und eine leistungsgerechte Fütterung wurden dabei bereits in der vergangenen „Berg+Hof“-Ausgabe behandelt. Die Vermarktung der Tiere am Ende der Mast macht den Erfolg schließlich messbar. Dabei gibt es mit den verschiedenen Vermarktungformen auch unterschiedliche Kriterien, die zu erfüllen sind. Qualität wird dabei stets vorausgesetzt – damit sind vollfleischige Tiere mit einer durchschnittlichen Fettabdeckung gemeint. Wer seine Mastleistung bei den eigenen Lämmern am Betrieb gut einschätzen kann, hat die Möglichkeit, bei der Fütterung zu drehen, und  vermeidet später Überraschungen bei der Abrechnung.

    Mögliche Wege der Vermarktung

    Zunächst muss man überlegen, wie man seine Lämmer zukünftig vermarkten möchte:

    • Direktvermarktung: Durch entsprechende Veredelung und Anpassung an die Kunden können bei dieser Form oft höhere Erlöse erzielt werden. Demgegenüber stehen jedoch höhere Kosten für beispielsweise die Investitionen in einen Verarbeitungsraum, ein größerer Zeitaufwand, spezielle Auflagen und der Aufbau eines Kundenstammes.
    • Vermarktung an Organisationen/Schlachtbetriebe: Die Zuchtverbände der jeweiligen Bundesländer oder auch andere Vermarktungsorganisationen organisieren sogenannte „Übernahmen“, wo die Landwirte ihre Tiere hinbringen können. Für die Landwirte ist diese Art der Vermarktung relativ unkompliziert und zeitsparend, denn es wird weder ein Schlachtraum benötigt noch muss man sich um die Vermarktung der Produkte kümmern. Je nach Art der Abrechnung unterscheidet man auch hier wieder zwei verschiedene Formen:
      • Lebendvermarktung bzw. Lebendabrechnung: Die Lebendbepreisung ist die häufigste Art der Abrechnung bei Lämmern. Es zählt das Lebendgewicht der Tiere auf der Waage sowie die Beurteilung der Fleischigkeit mittels sogenannten „Fleischergriffes“ – dieser wird an Schulter, Rücken und Hinterviertel bzw. Schlögel überprüft. Zur Selbsteinschätzung kann dies auch zuhause angewendet werden, ebenso wie ein regelmäßiges Wiegen der Tiere, um Gewichtsgrenzen auszuloten.
      • Schlachtkörpervermarktung bzw. Totvermarktung: Diese Art der Bepreisung kommt beispielsweise bei der Abrechnung für Markenfleischprogramme zum Einsatz. Die Tiere werden dabei für die unterschiedlichen Vermarktungsprogramme an den Schlachthof geliefert und über einen unabhängigen Klassifizierungsdienst klassifiziert. Die Beurteilung der Schlachtkörper erfolgt über das EUROP-System. Der Buchstabe E steht dabei für die beste Muskelfülle bzw. Fleischigkeit und beschreibt damit das Ideal. Der Buchstabe P beschreibt eine sehr schlechte Bemuskelung. Lämmer mit dieser Einstufung fallen bei Markenfleischprogrammen raus. Zumindest ein R sollte auf alle Fälle erzielt werden. Geachtet wird auf die drei Kriterien Hinterviertel, Rücken und Schulter. Für eine Einteilung müssen mindestens zwei dieser drei Kriterien der Beschreibung der jeweiligen Kategorie entsprechen. Neben der Beurteilung der Bemuskelung gibt es noch eine Einteilung in Fettklassen von 1 bis 5. In diesem Fall wäre eine Fettabdeckung von 2 bis 3 (gering bis mittel) erwünscht. Überprüft werden dabei die äußere und die innere Erscheinung. Eine Übersicht über die Fleischigkeits- und Fettklassen ist auf der ÖFK-Homepage unter www.oefk.at zu finden.

    Ziele und Eckdaten in der Lämmerproduktion

    • Erzeugung von qualitativ hochwertigem Lammfleisch zu der am jeweiligen Markt geforderten Qualität
    • Endgewicht der Lämmer richtet sich nach den Vermarktungsmöglichkeiten des Betriebes. Die Schlachtung der Lämmer ist bei einem Alter von unter sechs Monaten und einem Lebendgewicht zwischen 40 und 50 kg optimal (insbesondere für Markenfleischprogramme)
    • Doch auch ältere Lämmer mit beispielsweise acht Monaten sind gefragt und lassen sich unter anderem über Organisationen gut vermarkten –
      Voraussetzung ist auch hier wieder eine entprechende Qualität
    • zwei aufgezogene Lämmer pro Mutterschaf und Jahr
    • möglichst viele Zwillinge bei den Ablammungen
    • Verdoppelung der Geburtsgewichte der Lämmer in den ersten 14 Tagen
    • Lämmerverluste unter 10 %
    • mind. 250 g Tageszunahme
    • Selektion der Muttertiere
    • gesunde, fruchtbare und nicht zu schwere Mutterschafe mit hoher Lebensleistung
    • Zwischenlammzeit von 240 Tagen anstreben
    • optimale Remontierungsrate (Bestandesergänzung): 20 bis 25 % des Bestandes

    Einfluss von Gewicht und Ausschlachtung auf das Schlachtkörpergewicht

    Beid der Todvermarktung ist das Schlachtkörpergewicht ausschlaggebend. Realistischerweise rechnet man mit Ausschlachtungen zwischen 42 und 44 Prozent (rot makiert)

    Beispiel 1: Hat ein Lamm beispielsweise nur ein Lebendgewicht von 36kg, ist es nicht realistisch, dass es ein Schlachtgewicht von 16kg erreicht und damit für Markenfleischprogramme geeignet ist (grüner Bereich)
    Beispiel 2: Ab einem Lebendgewicht von ca. 40kg kann auch bereits mit mittlerer Ausschlachtung ein gutes Schlachtgewicht erziehlt werden.
    Beispiel 3: Schlachtgewichte über 24kg sind in der Markenfleischproduktion unerwünscht und können über andere Vermarktungswege besser abgesetzt werden.

    Einfluss von Gewicht und Preis auf den Lämmererlös

    Die Lebendbepreisung erfolgt nach dem Gewicht auf der Waage sowie durch die Beurteilung der Fleischigkeit. Die Qualitätsbeurteilung ist ausschlaggebend für den Kilopreis und bestimmt somit mit dem Gewicht auf der Waage den Auszahlungspreis. Dieese angeführten Beispiel-Kilopreise machen deutlich, welche Unterschiede im Auszahlungspreis durch eine gewisse Qualität erreicht werden können. Bei einem Lebendgewicht von 40kg gibt es bereits eine mögliche Preisspanne von 30 Euro. Bei 48 Kilo Lebendgewicht sind es schon fast 40 Euro

    Überprüfen der Fleischigkeit

    Die Fleischigkeit eines Tieres bei einer Lebendvermarktung wird mittels „Fleischergriff“ an drei Stellen überprüft – an Schulter, Rücken und Hinterviertel (Schlögel).

    Wirtschaftlichkeit berechnen

    Um die Wirtschaflichkeit für den eigenen Betrieb berechnen zu können, empfiehlt sich der Deckungsbeitragsrechner der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen.

    https://idb.agrarforschung.at/verfahren/konventionell/mutterschafhaltung 

     

    Umfassende Beratung

    Beratungen zum Thema Lämmermast und Vermarktung sind durch die jeweiligen Schaf- und Ziegenverbände möglich. In Salzburg und Kärnten gibt es einen Arbeitskreis für Lämmerproduktion.

    Verschiedene Broschüren können auf der ÖBSZ-Homepage sowie bei den jeweiligen Landesverbänden heruntergeladen werden. www.oebsz.at

    21.01.2026
    Zurück